21 Tage nach der offiziellen Laufzeit der interzum @home zieht Kesse­böhmer eine positive Bilanz. Der Beschlagspezialist hatte zur besten Messezeit sein Fachwerkhaus auf dem Betriebsgelände in Dahlinghau­sen in ein wohnliches virtuelles Zuhause verwandelt und seine Businesspartner weltweit eingeladen, mit ihren Kunden die Innovationen zu entdecken. Als Neuling bei der Organisation einer digitalen Messeplattform wollte man den Besuch so persönlich wie möglich gestalten. Das sei mit Kesseböhmer@Home voll und ganz gelungen, freute sich Geschäftsführer Burkhard Schreiber.

War das Fachwerkhaus bisher rein realer repräsentativer Showroom des Beschlagspezialisten, bot es 2021 erstmals auch die Kulisse für ein virtuelles Zuhause in fünf Sprachen. Dafür zog Kesseböhmer alle Register einer digitalen Online-Präsentation. Vor dem Haus empfing Oliver Kesseböh­mer mit einer persönlichen Ansprache die Gäste; in der Ausstellung gab Burkhard Schreiber einen Überblick über die Neuheiten, wies zudem auf das Möbelsystem „tRACK“, das als architektonisches Gestaltungsmittel die Räume strukturiert. Lebendig präsentierte Ansprachen von Unter­nehmenspersönlichkeiten, 33 Touchpoints, 96 Kurzvideos, bewegbare 3D-CAD-Bilddaten und insgesamt 12,3 GB Material vermittelten einen authentischen Eindruck vom Unternehmen und seinen Produkten und formten den Auftritt zu einem realitätsnahen, informativen und abwechslungsreichen Messeerlebnis.

Gut angenommen wurde die Idee, Besuchern die Navigation abzunehmen und sie stattdessen über ein stabiles Videochat-Tool individuell über den Stand respektive durch das Fachwerkhaus zu führen. Rund 200 zuvor von Kesseböhmer geschulte Business-Partner aus 49 Ländern nutzten diese Gelegenheit zwischen dem 4. und 7. Mai 2021 und darüber hinaus zeigten pro Führung ihren Kunden die Innovationen. Über die Plattform „interzum@home“ kamen über 2.000, allerdings kaum nachfassbare Kontakte.

Design & Funktion in Küche, Hauswirtschaftsraum und Ankleide

Durchgängig Premium-Qualität mit „ARENA pure“

In der großzügigen Wohnküche im Erdgeschoss des Fachwerkhauses hatte Kesseböhmer zwei Küchenszenarien für den Premium- und den Einstiegsbereich entwickelt. Im Premiumbereich sahnte das schlanke, geschlossene und mit einer schmalen umlaufenden Nut akzentuierte „Arena pure“-Tablar die höchste Bewertung mit fünf Sternen ab.

Genauso gut kam die Idee an, mit einer ultradünnen Kraftspeicherein­heit alle Öffnungsarten im Hängeschrank abzudecken. Der „FREEslim“, dessen Markteinführung für 2023 geplant ist, lässt sich von innen auf­schrauben oder ganz in die Seitenwand des Korpus integrieren.

Im Einstiegsbereich lieferte Kesseböhmer mit „K-Line“ Argumente für sein neues Programm, das die Nachfrage nach Qualität und Funktionalität in preissensiblen Märkten bedient. Die schlichte und flächige For­mensprache mündet zudem in einem funktionalen und modularen Kom­plettprogramm für den Hauswirtschaftsraum.

Auch das Holzwerk Rockenhausen schuf mit zwei neuen Programmen designorientierte Alternativen zu den oft standardmäßig verbauten Be­steckeinsätzen. Die aus wenig Bauteilen bestehenden Sets überzeugen mit einem Materialmix aus Massivholz oder dem nachhaltigen Material „OrganiQ“ mit Metall. Neben Schubkästen und Auszügen nimmt das Un­ternehmen nun erstmals auch die Küchennische mit Organisationslösun­gen aus Massivholz ins Visier.

Mit „Conero“ entwickelte Kesseböhmer ein umfangreiches Beschlagpro­gramm für den privaten Ankleidebereich. Das Konzept ist auf größtmögliche Anpassungsfähigkeit an maßgeschneiderte Planungssituationen und die Umsetzung individueller Wünsche ausgerichtet. Die einzelnen Ausstattungsfeatures konzipierte der Beschlagspezialist funktional und anwenderfreundlich. Einen besonderen Eyecatcher bilden formschöne Innenauszüge mit schmalen Zargen im „Soft Edge“-Design, die sich mit Einlagen fein abgestimmt segmentieren lassen.

Mit einem Kleiderlift samt Tablar präsentiert Kesseböhmer innerhalb seines „Conero“-Programms nach eigenen Angaben auch eine Weltneu­heit. Der absenkbare und bequem zugängliche Stauraum über den Klei­dern gilt als Alleinstellungsmerkmal.

Kesseböhmer-Servicethemen

Den Messeauftritt ergänzte Kesseböhmer mit einer Präsentation seines aktualisierten eService-Programms samt CAD-Portal, eLearning-Platt­form und Vermarktungsunterstützung. Ziel ist es, Kunden und Vertriebs­partnern die Produkte leicht zugänglich zu machen – vom Kennenler­nen, über die Konstruktion bis hin zur Montage. Die neue Verarbei­tungsphilosophie „K2X“ kam bei Verarbeitern ohne CAD-CAM-Workflow besonders gut an. Sie bietet innovative Instrumente, mit denen sich Pro­dukte aus dem Kernsortiment einfach ins Möbel respektive die Innenar­chitektur einbauen lassen.

Mit „K2Build“ entwickelte Kesseböhmer zudem ein komplettes Set, das sich wie eine Fertigbackmischung für eine individuelle Planungssituation des Leiterregals „YouK“ versteht. „YouK“ legt dabei die Basis, damit moderner und funktionaler Industrial Style in alle Wohnbereiche einziehen kann.

Ran an den Küchenkäufer

Über eine digitale Lösung zur Bedarfserfassung im Rahmen der Küchen­planung will Kesseböhmer künftig eine Schnittstelle zum Küchenkäufer schaffen. Die Annäherung an den Endverbraucher soll darüber hinaus über einen Marketing-Clou gelingen. „Als neue Freundin des Hauses“ kündigte Burkhard Schreiber zur Messe die Zusammenarbeit mit Saliha Özcan alias Sally von „Sallys Welt“ an. Als eine der erfolgreichsten Blog­gerinnen für Food- und Backthemen erreicht die ehemalige Grundschul­lehrerin auf den verschiedenen Online-Kanälen jeden Monat über 12 Millionen Menschen.

Zur Messe präsentierte Kesseböhmer ein erstes Video, in dem Sally Montage und Nutzen des „SpaceFlexx“ erklärt. Ziel sei es nun, Content für endverbraucherorientierte Social Media-Kanäle beider Unternehmen zu generieren. Die ersten Projekte sollen im Juni 2021 starten; die Zu­sammenarbeit ist zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren geplant. Wie auch andere Partner aus der Küchenindustrie wird Kesseböhmer dann schon eine Rolle spielen, wenn in Waghäusel der nächste Meilen­stein gesetzt wird: „Sallycon Valley“. „Wir planen ein neues Zuhause für unser wachsendes Team und wollen hier ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem man seine kreative Tätigkeit ausleben kann“, so Sally.

Kesseböhmer@Home soll nachhallen

Jetzt sieht Kesseböhmer seine Chancen vor allem in der Nachhaltigkeit, die der digitale Auftritt bietet. So will der Beschlaghersteller auch noch im weiteren Verlauf des Jahres die Menschen aus Kundenunternehmen und Tochtergesellschaften, von Vertriebs- und Geschäftspartnern einla­den und schulen, die nicht die Möglichkeit haben, nach Dahlinghausen zu kommen.