Erfahrungsbericht Auslandspraktikum Italien Erasmus+

Zu Beginn meiner Ausbildung wurden meine Azubikollegen und ich von unserer Lehrerin der Berufsschule über die Möglichkeit eines Auslandspraktikums in Europa informiert. Ich war sofort interessiert, da ich es spannend fand, das Arbeiten und Leben in einem anderen Land und einer anderen Kultur kennen lernen zu dürfen. Nachdem mein Ausbildungsbetrieb dem Auslandspraktikum zugestimmt hatte, begann für mich die Auswahl eines Ziellandes. Nach mehreren Überlegungen und Gesprächen, entschied ich mich schließlich für Italien und das Tochterunternehmen „Kesseböhmer Italia Srl“ in der Lombardei. Um den Aufenthalt bestmöglich in meinen Ausbildungsablauf einzubinden und nicht so viel Unterrichtsstoff zu verpassen, wählte ich einen Zeitraum zu Beginn des dritten Ausbildungsjahres in den Ferien.

Doch bevor das Praktikum losgehen konnte, musste ich noch einiges vorbereiten. Zunächst absolvierte ich den Vorbereitungskurs der Gesellschaft für Europabildung e.V. (GEB), die als Partner unserer Berufsschule die Koordination der Praktika übernimmt. Daraufhin trat ich mit dem Geschäftsführer der Kesseböhmer Italia Srl in Kontakt, um mit ihm den Ablauf meines Aufenthaltes zu besprechen. Eine der wichtigsten Aufgaben war für mich auch die Suche nach einer Unterkunft. Ich entschied mich für eine kleine Wohnung direkt am Comer See. Von dort aus waren es nur 15 km zur Arbeit im Zentrum von Como.

Dann ging es endlich los. Nach der 12-stündigen Fahrt erreichte ich den Comer See. Die Vermieter meiner Wohnung waren sehr freundlich und haben mir in den ersten Tagen bei vielen Fragen geholfen.

Am Montag begann mein erster Arbeitstag und ich wurde sehr herzlich von allen Kollegen aufgenommen. Einige wenige Kollegen sprachen Englisch, alle anderen nur italienisch. Dies erschwerte die Kommunikation etwas, besonders am Anfang. In der ersten und zweiten Woche lernte ich das Unternehmen und die Arbeitsweise kennen und begleitete einen jungen Außendienstler bei seinen Kundenbesuchen.

In der dritten Woche fand die SICAM Pordenone statt, eine internationale Fachmesse für Komponenten, technische Produkte und Zubehör für die Möbelindustrie. Die SICAM ist zudem die zweitwichtigste Messe für den Kesseböhmer Hauptstandort in Bad Essen, der Beschlagsysteme für Möbel produziert. Diese begleitete ich mit vielen weiteren Kollegen aus Deutschland, Frankreich, Russland und Italien. Auf der Messe lernte ich viele interessante Kunden aus aller Welt kennen und konnte einige Erfahrungen, besonders im Umgang mit verschiedensten Kunden und dem Vorstellen von Produktneuheiten, sammeln.

In der vierten Woche begleitete ich den Geschäftsführer zu Kunden für die Messenachbereitung. Zudem unterstützte ich ihn bei den Vorbereitungen für die Einrichtung eines neuen Showrooms in Italien.

Nach diesen eindrucksvollen vier Wochen ging meine Zeit in Italien zu Ende. Ich konnte viele tiefgründige Eindrücke und Erfahrungen sammeln und mitnehmen. Auf diese kann ich auch heute noch bei  meiner alltäglichen Arbeit zurückgreifen. Zudem lernte ich die Arbeits- und Lebensweise der Italiener besser kennen und konnte mir meine eigene Meinung zum Unterschied zwischen der deutschen und italienischen Arbeits- und Lebensweise bilden.