Erfahrungsbericht Werkzeugmechaniker

von Felix Rogowski

Nach der Schule wollte ich unbedingt etwas Praktisches machen. Mein Traum war ein Ausbildungsplatz in der Industriebranche mit hohen Übernahmechancen und guter Bezahlung, der mir auch später einen sicheren Arbeitsplatz verschafft. So weit, so gut! Aber was genau sollte ich lernen? Schließlich sollte mir der Beruf auch Spaß machen.

Ich bewarb mich also auf ein freiwilliges Praktikum bei Kesseböhmer, um verschiedene gewerbliche Berufe kennenzulernen. Dabei wurde mein Interesse am Beruf des Werkzeugmechanikers geweckt. Was mich an dem Berufsbild begeistert? Es geht, wie der Name schon sagt, um die Herstellung von Werkzeugen. Aber das ist leichter gesagt als getan: Die Werkzeuge müssen sehr genau von uns hergestellt werden, um sie später in großen Stanzen einsetzen zu können. Erst dann können sie mit einem Stanzhub ein Blech z.B. durch Schneiden, Ziehen oder Biegen in ein ganz neues Produkt, wie beispielsweise ein Schrankscharnier, verwandeln. Ohne den Werkzeugmechaniker bleibt ein Blech eben nur ein Blech.

In meiner Ausbildung bei Kesseböhmer werde ich in unterschiedlichen Abteilungen eingesetzt, wodurch ich einen umfassenden Einblick in verschiedene Arbeitstechniken erhalte.

Felix RogowskiWerkzeugmechaniker

Im Werkzeugbau bin ich zum Beispiel am Drehen, Fräsen und Schleifen, um Einzelteile zu fertigen, die anschließend zu einem kompletten Stanzwerkzeug montiert werden. Dabei darf man sich diese Werkzeuge in Eigenerstellung nicht wie mittelgroße Schraubendreher vorstellen. Stattdessen handelt es sich häufig um mehrere Tonnen schwere Umform- und Stanzwerkzeuge, die in den Stanzen eingebaut werden. Aufgrund dieser Größenordnung ist es klar, dass wir in den Abteilungen mit Meistern, Gesellen und Azubis oft als Team an einem gemeinsamen Werkzeug arbeiten.

Neben meiner Leidenschaft für den Werkzeugbau gefällt mir an meiner Ausbildung bei Kesseböhmer ganz besonders die Unterstützung der Azubis durch ein betriebliches Nachhilfeangebot. Seit ich mich im 3. Lehrjahr befinde, darf ich selbst anderen Azubis fehlende Grundlagen in Mathe und Physik näherbringen. Nicht jedem fällt der Stoff in der Berufsschule zu. Und ich finde es toll, dass mein Ausbildungsbetrieb diesen Azubis, soweit sie lernwillig und engagiert sind, unterstützend unter die Arme greift, anstatt sie einfach fallen zu lassen. Hier gehen wir gemeinsam durch dick und dünn – ganz so, wie es sich für einen Familienbetrieb gehört.