Sie sind Abiturientinnen, die Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik (kurz MINT) haben, sich aber noch nicht sicher sind, ob ein Studium in diesem Bereich das Richtige für sie ist. Das herauszufinden, hat sich das so genannte Niedersachsen-Technikum, ein Zusammenschluss von Unternehmen, Universitäten und Hochschulen des Bundeslandes, zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen dieses Projektes besuchten Mitte Februar 2018 mehr als 20 Technikantinnen der Hochschule Osnabrück den Hauptsitz der Kesseböhmer Unternehmensgruppe in Bad Essen.

Das Niedersachsen-Technikum richtet sich an junge Frauen mit Abitur oder Fachabitur, die innerhalb eines sechsmonatigen Programms ausprobieren können, ob MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) tatsächlich ihren Fähigkeiten und Vorlieben entspricht. Dazu lernen die jungen Frauen an vier Tagen in der Woche in einem Unternehmenspraktikum das Arbeitsleben in einem MINT-Beruf kennen und nehmen an einem Tag pro Woche an einem Schnupper-Studium an einer niedersächsischen Hochschule oder Universität teil. Kesseböhmer ist eines von rund 100 Unternehmen aus Niedersachsen, das sich zusammen mit neun Hochschulen und Universitäten an dem Projekt beteiligt.

Nils Pehmöller, Personalleiter Kesseböhmer, Holger Meyer, Leiter der gewerblichen Ausbildung, Angelina Janz, HR-Managerin und Leiterin der kaufmännischen Ausbildung, und Linda Blömer aus der Personalabteilung begrüßten die Technikantinnen im Namen des Unternehmens. Angelina Janz stellte zu Beginn Unternehmensbereiche und Produkte vor sowie die 14 Ausbildungsberufe und fünf dualen Studiengänge. Als international agierendes Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie gehört Kesseböhmer zu den erfolgreichsten Möbelzulieferern weltweit. Produziert wird an sieben Standorten in Deutschland sowie in Aschach/Österreich und Budapest/Ungarn. Das Produktprogramm umfasst Beschlagsysteme für die Küchenmöbel- und Wohnmobilindustrie, Warenpräsentationssysteme und Ladenbau für den Handel, Ergonomietechnik für die Büromöbelindustrie sowie Zulieferteile für die Automobilindustrie. Mit 2.750 Mitarbeitern erwirtschaftete das 1954 gegründete Familienunternehmen 2017 einen Umsatz von rund 525 Mio. Euro.

Im Anschluss berichteten die ehemaligen Technikantinnen Lauren Kalthöver und Carolin Freese, inzwischen Auszubildende respektive Mitarbeiterin bei Kesseböhmer, von ihren Erfahrungen im Unternehmen. Bei einer Führung durch die Produktion konnten sich die Technikantinnen ein Bild von den innovativen Prozessen und hochwertigen Produkten machen. Ausbildungsleiter Holger Meyer ging anschaulich auf die einzelnen Produktionsprozesse ein. Über die Größe der insgesamt rund 130.000 Quadratmeter großen Produktionsfläche staunten die Besucherinnen sehr.

Zum Abschluss der Veranstaltung beantworteten die Mitarbeiter die Fragen der Besucherinnen und sprachen mit ihnen über ihre Ausbildungs- und Studienpläne. Da Kesseböhmer ein Großteil seines Fachkräftenachwuchses aus den eigenen Reihen rekrutiert, beschäftigt das Unternehmen im Schnitt rund 160 Azubis und duale Studenten und stellt allein an den Standorten Bad Essen und Bohmte jährlich etwa 50 Auszubildende neu ein. Viele von ihnen bleiben dem Unternehmen nach der Ausbildung treu. Auch im Sommer dieses Jahres startet eine Technikantin ihr duales Studium bei Kesseböhmer.

Abiturientinnen bei Kesseböhmer