Die Teilnehmer dieses neuen IHK-Projektes sind Auszubildende in besonderer Mission: Als Energie-Scouts suchen Sie in ihren Betrieben nach versteckten Energiefressern. Jetzt gab es für die Gruppe einen gemeinsamen Workshop. In Kleingruppen sammelten die 35 Energie-Scouts aus zehn regionalen Unternehmen praktische Erfahrungen im Berufsbildungs- und Servicezentrum des Osnabrücker Handwerks GmbH.

Unter anderem lernten sie das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung kennen und bekamen Tipps für ihre eigenen betrieblichen Projekte: In denen nähern sie sich auf unterschiedliche Weise dem Energiesparen und der Ressourcenschonung. Etwa, indem sie in ihrem Betrieb genau hinhören: „Wir sehen ein deutliches Sparpotenzial bei der Druckluft“, berichten die Energie-Scouts Christopher Anders und Raphael Rohatsch, Auszubildende zu Mechatronikern bei der Osnabrücker R&R Ice Cream Deutschland GmbH, denn: „Man hört es an einigen Stellen im Betrieb zischen“. Beide sind überzeugt: „Wir werden das ändern.“ Herbert Kreke, Energieberater der Stadtwerke Osnabrück, bestärkte sie beim Workshop in ihrer Idee: „Die Kosten zur Drucklufterzeugung sind oft unbekannt. Hier ist ein hohes Einsparpotenzial vorhanden, weil oft bis zu 50 % der eingesetzten Energie verloren geht.“
Aber nicht nur durch neue Technik, auch durch das Nutzungsverhalten ließe sich Energie sparen, erklärte Kreke. So wären bei der Wärmeerzeugung im Schnitt 20 % der Kosten allein durch eine Anpassung der Heizungslaufzeiten einzusparen. Er riet den Energie-Scouts: „Geben Sie den Anstoß zum Energiesparen. Denken Sie nicht: ´Da kümmert sich bestimmt jemand anderes´“.
Die Energie-Scouts sind Teil der „Mittelstandsinitiative Energiewende“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sowie der beiden Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft. 2014 starten bundesweit 22 IHKs ein Energie-Scout-Projekt. Bis Ende 2015 hatten die Energie-Scouts jetzt Zeit, ihr betriebliches Effizienzprojekt umzusetzen und erhielten dann ein Zertifikat.