Im November wurde in Dahlinghausen­ ein neues­ Feuerwehrfahrzeug in den Dienst ­gestellt. Das Besondere: Der Mannschaftstransportwagen ist auf dem Gelände der Firma Kesse­böhmer ­stationiert. Er wird zur Unterstützung­ bei Schadens­ereignissen innerhalb des Groß­betriebes eingesetzt. Aber auch die Feuerwehrkräfte aus der Stadt ­Preußisch ­Oldendorf und der Gemeinde ­Ostercappeln, die bei Kesseböhmer­ beschäftigt sind, können bei Alarm mit Blaulicht und Martinshorn direkt in die Löschbezirke ausrücken.­ Durch diesen Zeitvorteil wird die Schlagkraft der Feuerwehr­ erhöht. So kommt die Hilfe schneller an, wenn Menschenleben gerettet und Sachwerte ­geschützt werden müssen.

In einer kleinen Feierstunde begrüßte Gerd ­Langenberg als Geschäftsführer der Firma Kesse­böhmer die Bürgermeister der Gemeinden­ ­Ostercappeln und Bad Essen sowie der Stadt Preußisch Oldendorf samt den zuständigen Fachdienstleitern,­ den Brandschutzbeauftragten­ Gerhard Jösting, den Leiter Werksversorgung ­Jürgen Unland, ­Henning Padecken als Orts­vorsteher in Dahlinghausen und Vorsitzenden des Bad Essener Feuerwehr­ausschusses, Jan ­Weitkamp vom gleichnamigen Autohaus in Stemwede und besonders die ­Feuerwehrführungskräfte aus Ostercappeln­ und ­Preußisch Oldendorf.

Neues Einsatzfahrzeug in Dahlinghausen

Unser neues Feuerwehrfahrzeug.

„Der 9. November 2018 ist ein besonderer Tag. Wir können heute einen Mannschaftstransportwagen (MTW) in den Dienst stellen. Wir sind uns seit jeher der Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern­ und der Bevölkerung bewusst. Mit dem neuen Fahrzeug wollen wir einen zusätzlichen­ Beitrag zum Brandschutz leisten”, erläuterte Langenberg.­ Der Geschäftsführer erinnerte an den Brand in der Galvanik im Jahr 2012, der durch schnelles Eingreifen der Feuerwehr im Ausmaß beschränkt werden konnte. In den letzten Jahren­ wurde der Betrieb auf 140.000 Quadratmeter bebaute Fläche erweitert. „Im Ernstfall wird das neue Fahrzeug mit Kräften unseres hauseigenen Einsatzstabes, der nun schnell zum Einsatzort auf dem großen Gelände ausrücken kann, besetzt. So können wir erste Maßnahmen einleiten, Evakuierungen vorbereiten und besonders durch unsere besondere Sach- und Ortskenntnis die alarmierten Einsatzkräfte kompetent unterstützen.”

Das Fahrzeug, ein neunsitzigerer Mercedes Vito, wurde durch die Firmen Weitkamp und Digitalfunk-OWL umgebaut und ausgerüstet. Es steht den 12 Mitarbeitern aus der Feuerwehr der Stadt ­Preußisch Oldendorf und den 14 aus der Gemeinde Ostercappeln ebenso zu Verfügung. Im Alarmfall können diese Feuerwehrkräfte in Einsatzkleidung direkt den jeweiligen Einsatzort mit Martinshorn und Blaulicht anfahren.

Durch die schnellere ­Anfahrt wird Zeit gewonnen.­ Der Umweg über die Feuerwehrhäuser kann ­entfallen. Da in den letzten Jahren zunehmend Wohn- und Arbeitsorte nicht mehr identisch sind, kommt es besonders ­zwischen 7 und 17 Uhr zu einer­ verminderten Personalstärke bei den ­freiwilligen Feuerwehren. Der bei der Firma Kesse­böhmer zur Verfügung stehende Transporter dient der ­Gemeinde Ostercappeln und der Stadt ­Preußisch Oldendorf dazu, das Problem der Tages­alarmstärke aufzufangen und möglichst schnell weiteres Personal­ an die Einsatzstelle zu bringen. Bad Essens Bürgermeister Timo Natemeyer zeigte­ sich sichtlich erfreut über das „ungewöhnliche ­Modell”. Er dankte der Firma Kesseböhmer, die stets auch die öffentlichen Belange im Blick habe.

Neues Einsatzfahrzeug in Dahlinghausen

Unser neues Feuerwehrfahrzeug von innen.

Marko Steiner hob als Bürgermeister der Stadt Preußisch Oldendorf dieses Modell als „grenz­übergreifend” hervor. Da oft die ersten Minuten­ nach einem Schadensereignis entscheidend seien, sei das neue Fahrzeug ein Beitrag, um Menschenleben und Sachwerte noch besser zu schützen. Steiner dankte der Firma Kesseböhmer ausdrücklich­ für die Freistellung der Mitarbeiter, die als freiwillige­ Feuerwehrkräfte beim Alarm alles stehen und ­liegen lassen müssen.

Ostercappelns Bürgermeister Rainer Ellermann lobte die vielen konstruktiven Gespräche und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten: „Dieser MTW ist ein einmaliges Modell in der Region und beispielgebend für andere Großfirmen.” Bevor das neue Fahrzeug besichtigt wurde, unterzeichneten Gerd Langenberg und die drei Bürgermeister einen Vertrag über die Regelungen zu den Kosten und der Nutzung.

Neues Einsatzfahrzeug in Dahlinghausen

Text und Bilder: Hubert Dutschek (hdu)